Statistiken zeigen, dass Diebstähle auf Campingplätzen keine Seltenheit sind, auch wenn genaue Zahlen aufgrund hoher Dunkelziffern schwer zu ermitteln sind. Besonders in der Hauptsaison, wenn Campingplätze gut gefüllt sind und eine ständige Fluktuation herrscht, nutzen Diebe die Gelegenheit, um gezielt zuzuschlagen. Die typische Urlaubssituation, in der Menschen entspannt und weniger wachsam sind, schafft ideale Bedingungen für Kriminelle, die oft professionell vorgehen und genau wissen, wo sie die wertvollsten Gegenstände finden. Während Urlaubscamper meist nur für einige Wochen auf einem Platz verweilen, stellt sich die Situation für Dauercamper grundlegend anders dar. Ihr Stellplatz ist ein zweites Zuhause, oft mit erheblichen Investitionen in Ausstattung, Vorzelte, Terrassen und Gartenanlagen verbunden. Gerade diese Dauercamper sind einem besonderen Risiko ausgesetzt, denn ihre Parzellen stehen häufig über Monate hinweg unbeaufsichtigt, während sie ihrer Arbeit nachgehen oder zu Hause sind. Diese langen Abwesenheitszeiten machen Dauercamper-Stellplätze zu attraktiven Zielen für Diebe, die in Ruhe und ohne Zeitdruck zuschlagen können.

Die häufigsten Schwachstellen beim Camping
Campingplätze unterscheiden sich grundlegend von geschlossenen Hotelanlagen oder abgesicherten Ferienresorts. Die offene Gestaltung, die vielen Camper gerade schätzen, erweist sich aus Sicherheitsperspektive als zweischneidiges Schwert. Viele Plätze verfügen über keine oder nur rudimentäre Umzäunungen, und selbst wenn ein Zaun existiert, sind die Zugangskontrollen oft minimal. Während tagsüber die Rezeption besetzt sein mag, steht nachts häufig niemand am Eingang, der unbefugte Besucher abhalten könnte. Hinzu kommt, dass viele Campingplätze nur spärlich beleuchtet sind, wodurch entlegene Stellplätze oder Randbereiche im Dunkeln liegen und ideale Rückzugsorte für Diebe bieten. Besonders problematisch sind dabei Plätze in der Nähe öffentlicher Zugänge wie Straßen, Wanderwege oder Gewässer. Hier können Fremde unbemerkt das Gelände betreten und wieder verlassen, ohne dass dies jemandem auffällt. Die Nähe zu größeren Städten erhöht das Risiko zusätzlich, da organisierte Diebesbanden gezielt Campingplätze im Umland ansteuern. Für Dauercamper kommt erschwerend hinzu, dass ihre Stellplätze oft in ruhigeren, abgelegeneren Bereichen des Campingplatzes liegen. Während in der Hochsaison überall Leben herrscht, sind diese Bereiche in der Nebensaison oder unter der Woche nahezu menschenleer. Ein Dieb kann hier in aller Ruhe arbeiten, ohne befürchten zu müssen, gestört zu werden. Zudem sind Dauercamper-Parzellen leicht zu identifizieren durch fest installierte Vorzelte, aufwendige Gartenanlagen, Terrassenmöbel und andere Anzeichen permanenter Nutzung. Dies signalisiert potenziellen Einbrechern, dass hier wertvolle Ausstattung zu finden ist und dass der Besitzer wahrscheinlich nicht ständig vor Ort ist.
Ein weiteres Problem ist die Vorhersehbarkeit. Viele Dauercamper haben feste Routinen: Sie kommen freitags nach der Arbeit und fahren sonntagabends wieder nach Hause. Über Wochen oder Monate hinweg können Beobachter diese Muster erkennen und wissen genau, wann niemand da ist. Einige Dauercamper verbringen zudem nur die Sommermonate auf ihrem Stellplatz und lassen Wohnwagen und Ausstattung den gesamten Winter über unbewacht stehen. Diese monatelangen Abwesenheiten sind für Diebe geradezu eine Einladung. Doch nicht nur die Infrastruktur der Campingplätze selbst stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Viele Camper tragen durch eigenes Fehlverhalten erheblich dazu bei, dass sie zu leichten Opfern werden. Ein klassischer Fehler ist das sichtbare Zurücklassen von Wertgegenständen in Fahrzeugen oder Wohnwagen. Laptops auf dem Tisch, Kameras auf dem Armaturenbrett oder Geldbörsen auf der Sitzbank sind für vorbeigehende Diebe eine offene Einladung. Ebenso leichtsinnig ist es, Türen und Fenster unverschlossen zu lassen, während man zum Strand geht oder die Sanitäranlagen aufsucht. Viele Camper argumentieren, dass sie ja nur kurz weg seien und der Nachbar ein Auge drauf habe, doch genau diese kurzen Momente reichen professionellen Dieben vollkommen aus.
Dauercamper neigen manchmal dazu, eine falsche Sicherheit zu entwickeln. Weil sie den Platz kennen, sich mit den Nachbarn verstehen und eine vertraute Umgebung geschaffen haben, unterschätzen sie die Risiken. Schwere Gegenstände wie Gasflaschen, Grills oder Gartengeräte werden nicht gesichert, weil man davon ausgeht, dass sie ohnehin niemand stehlen würde. Teure Fahrräder lehnen unverschlossen am Wohnwagen, hochwertige Gartenmöbel stehen frei zugänglich auf der Terrasse, und die Gartenhütte ist vielleicht mit einem einfachen Vorhängeschloss gesichert, das sich mit einer Brechstange in Sekunden öffnen lässt. Fahrräder, die lediglich an einem Baum lehnen oder mit einem dünnen Spiralschloss gesichert sind, gehören zu den am häufigsten gestohlenen Gegenständen. Hochwertige E-Bikes, die oft mehrere tausend Euro kosten, werden innerhalb von Sekunden entwendet, wenn sie nicht ordnungsgemäß gesichert sind. Und dann gibt es noch die Klassiker der Sorglosigkeit: Schlüssel, die unter der Fußmatte, im Radkasten oder unter einem Stein versteckt werden.
Was wird am häufigsten gestohlen?
Die Beute, die Diebe auf Campingplätzen machen, ist vielfältig und reicht von Kleinkram bis zu hochwertiger Ausrüstung. An der Spitze der Diebstahlstatistik stehen eindeutig Fahrräder und E-Bikes. Diese sind nicht nur wertvoll und leicht zu transportieren, sondern lassen sich auch relativ problemlos weiterverkaufen. Ein hochwertiges E-Bike kann auf dem Schwarzmarkt schnell mehrere hundert Euro einbringen, und die Identifizierung gestohlener Räder ist ohne Rahmennummer oder GPS-Tracker nahezu unmöglich. Campingausrüstung steht ebenfalls hoch im Kurs. Hochwertige Grills, bequeme Campingstühle, moderne Zelte oder Vorzelte, Markisen und Campingmöbel verschwinden regelmäßig von Stellplätzen. Was für den Bestohlenen ärgerlich ist und den Urlaub ruinieren kann, bedeutet für den Dieb einen schnellen Gewinn, denn solche Gegenstände werden gerne auf Online-Marktplätzen angeboten und finden rasch Abnehmer.
Bei Dauercampern kommen weitere lukrative Ziele hinzu. Fest installierte Vorzelte, die mehrere tausend Euro kosten können, werden komplett abgebaut und abtransportiert. Hochwertige Terrassenmöbel aus Holz oder Rattan, aufwendige Außenküchen mit Grills, Kühlschränken und Spülen, Solaranlagen auf dem Wohnwagendach, Satellitenschüsseln und sogar komplette Gartenhäuschen verschwinden von Dauercamper-Parzellen. Die Täter kommen oft mit Transportern und arbeiten systematisch, manchmal sogar am helllichten Tag, wenn der Platz leer ist. Sie wissen genau, welche Stellplätze sich lohnen und wann die Besitzer nicht da sind. Besonders perfide ist der Diebstahl von Gegenständen, die fest mit dem Stellplatz verbunden sind. Pflastersteine von mühsam angelegten Terrassen, Holzdecks, Zäune, Rankgitter, hochwertige Pflanzkübel samt Bepflanzung. Manche Dauercamper haben Solarmodule installiert, um autark Strom zu erzeugen. Diese werden mitsamt Wechselrichter und Batteriespeicher gestohlen, was einen Schaden von mehreren tausend Euro verursachen kann.
Elektronische Geräte wie Laptops, Tablets, Kameras und Smartphones sind selbstverständlich ebenfalls begehrte Diebesgut. Sie sind kompakt, wertvoll und lassen sich leicht verstecken und transportieren. Oft werden sie tagsüber aus unverschlossenen Wohnmobilen oder Zelten gestohlen, während die Besitzer am Strand oder beim Wandern sind. Besonders ärgerlich ist dabei nicht nur der materielle Verlust, sondern auch der Verlust persönlicher Daten, Urlaubsfotos und wichtiger Dokumente. Dauercamper lassen manchmal ältere Fernseher, Radios oder Spielekonsolen im Wohnwagen, die sie zu Hause nicht mehr brauchen. Auch diese werden mitgenommen, selbst wenn ihr Wiederverkaufswert gering ist. Bargeld und Dokumente mögen auf den ersten Blick weniger spektakulär erscheinen, können aber verheerende Folgen haben. Gestohlene Reisepässe, Personalausweise und Kreditkarten verursachen nicht nur administrative Kopfschmerzen, sondern können auch für Identitätsdiebstahl missbraucht werden. Bargeld ist für Diebe natürlich die einfachste Beute, da es keine Spuren hinterlässt und sofort verwendet werden kann.
Zunehmend im Fokus stehen auch technische Ausstattungen am Wohnmobil selbst. Satellitenempfänger auf dem Dach, hochwertige Solaranlagen, Markisen oder spezielle Fahrradträger werden gezielt abmontiert und gestohlen. Diese Gegenstände sind nicht nur teuer in der Anschaffung, sondern oft auch schwer zu ersetzen, besonders wenn man sich mitten im Urlaub im Ausland befindet. Bei Dauercampern sind auch die Außeninstallationen wie Wasserhähne, Außensteckdosen, LED-Beleuchtungssysteme oder sogar komplette Stromverteiler betroffen. Werkzeug ist ein weiterer Klassiker. Viele Dauercamper haben einen kleinen Werkzeugschrank auf ihrem Stellplatz, gefüllt mit Bohrmaschine, Akkuschrauber, Säge und anderem Gerät. Diese Werkzeuge sind nicht nur wertvoll, sondern auch leicht zu verkaufen. Oft werden sie gleich vor Ort genutzt, um weitere Gegenstände abzumontieren oder um in benachbarte Wohnwagen einzubrechen.
Präventionsmaßnahmen vor der Reise
Die beste Strategie gegen Diebstahl beginnt lange vor der Abreise, nämlich bereits bei der Planung des Campingurlaubs. Die Wahl des Campingplatzes sollte nicht nur nach Kriterien wie Lage, Ausstattung und Preis erfolgen, sondern auch die Sicherheit berücksichtigen. Online-Bewertungsportale und Camping-Foren bieten wertvolle Hinweise darauf, ob ein Platz als sicher gilt oder ob es in der Vergangenheit gehäuft zu Diebstählen gekommen ist. Plätze mit guter Beleuchtung, eingezäuntem Gelände, Nachtwache oder Videoüberwachung bieten deutlich mehr Sicherheit als völlig offene Anlagen.
Für Dauercamper ist die Wahl des Campingplatzes eine langfristige Entscheidung, die besonders sorgfältig getroffen werden sollte. Es lohnt sich, vor dem Abschluss eines Jahresvertrags mit anderen Dauercampern zu sprechen und sich nach deren Erfahrungen zu erkundigen. Wie häufig kommt es zu Diebstählen? Gibt es bestimmte Bereiche des Platzes, die als besonders unsicher gelten? Wie reagiert die Platzverwaltung auf Sicherheitsvorfälle? Ein guter Campingplatz sollte aktiv in Sicherheitsmaßnahmen investieren, etwa durch regelmäßige Kontrollgänge eines Sicherheitsdienstes, Videoüberwachung an wichtigen Punkten oder ein Zugangsschranken-System, das Fremde abhält. Manche Campingplätze haben spezielle Dauercamper-Bereiche, die abseits der Durchgangs- und Urlauberbereiche liegen. Diese können je nach Gestaltung sicherer oder unsicherer sein. Einerseits herrscht hier mehr Ruhe und weniger Fluktuation, was die soziale Kontrolle erhöht. Andererseits sind diese Bereiche in der Nebensaison oft komplett verwaist, was sie zu leichten Zielen macht. Idealerweise sollte ein Dauercamper-Stellplatz so gewählt werden, dass er von der Zufahrt oder von frequentierten Wegen aus gut einsehbar ist, ohne direkt am Durchgangsverkehr zu liegen.
Bevor die Reise losgeht, empfiehlt es sich, eine detaillierte Inventarliste aller mitgenommenen Wertgegenstände zu erstellen. Diese Liste sollte Modellbezeichnungen, Seriennummern und möglichst auch Fotos der Gegenstände enthalten. Im Falle eines Diebstahls erleichtert dies nicht nur die Anzeigenerstattung bei der Polizei, sondern ist auch für die Versicherung von großer Bedeutung. Manche Versicherungen verlangen solche Nachweise, um eine Entschädigung zu gewähren. Für Dauercamper, die über Jahre hinweg erhebliche Summen in die Ausstattung ihres Stellplatzes investiert haben, ist eine solche Dokumentation unverzichtbar. Jeder Neukauf sollte fotografiert und in einer Liste erfasst werden, am besten digital gespeichert in einer Cloud, sodass die Daten auch bei einem kompletten Verlust des Wohnwagens noch verfügbar sind.
Je weniger Wertgegenstände mitgenommen werden, desto geringer ist das Risiko eines schmerzlichen Verlustes. Braucht man wirklich den teuren Laptop im Urlaub, oder reicht ein Tablet? Muss der gesamte Schmuck mit, oder tut es auch die schlichte Urlaubskette? Solche Überlegungen mögen zunächst übertrieben erscheinen, können im Ernstfall aber viel Ärger ersparen. Für Dauercamper stellt sich diese Frage allerdings anders, denn ihr Stellplatz ist ihr zweites Zuhause, und eine gewisse Grundausstattung ist notwendig. Dennoch sollten besonders wertvolle Gegenstände wie teurer Schmuck, große Bargeldbeträge oder wichtige Dokumente nicht dauerhaft auf dem Stellplatz verbleiben, sondern zu Hause sicher verwahrt werden. Dokumente sollten kopiert und digital gespeichert werden, damit bei Verlust zumindest die wichtigsten Informationen noch verfügbar sind. Dauercamper sollten zudem Kopien ihrer Versicherungspolicen, des Standplatzvertrags und wichtiger Kontaktdaten anlegen und diese getrennt vom Original aufbewahren.
Präventionsmaßnahmen vor Ort
Ist man erst einmal auf dem Campingplatz angekommen, beginnt die eigentliche Sicherheitsarbeit. Ein oft unterschätzter Schutzfaktor ist die gute Nachbarschaft. Wer freundlichen Kontakt zu den Stellplatznachbarn pflegt, schafft ein informelles Sicherheitsnetz. Nachbarn, die sich kennen und grüßen, achten eher aufeinander und bemerken verdächtige Personen oder Aktivitäten. Ein kurzer Smalltalk beim Ankommen und die Bitte, im Falle längerer Abwesenheit ein Auge auf den Stellplatz zu werfen, können Wunder wirken. Viele Camper praktizieren dies bereits intuitiv, doch eine bewusste Pflege dieser nachbarschaftlichen Wachsamkeit erhöht die Sicherheit für alle Beteiligten erheblich. Für Dauercamper ist die Nachbarschaft besonders wichtig. Im Idealfall entwickelt sich über die Jahre eine feste Gemeinschaft, in der man sich kennt, vertraut und gegenseitig unterstützt. Diese sozialen Bindungen sind oft der beste Schutz gegen Diebstahl. Nachbarn, die wissen, wann jemand da ist und wann nicht, können Unregelmäßigkeiten schnell erkennen. Wenn plötzlich ein fremdes Fahrzeug vor dem Wohnwagen steht oder Personen auf einem Stellplatz hantieren, obwohl der Besitzer eigentlich unter der Woche arbeitet, sollten die Nachbarn hellhörig werden und nachfragen oder die Platzverwaltung informieren. Viele Dauercamper organisieren sich in informellen Gruppen oder Vereinen innerhalb des Campingplatzes. Diese Strukturen können genutzt werden, um gemeinsame Sicherheitsmaßnahmen zu koordinieren. Manche Dauercamper-Gemeinschaften haben beispielsweise eine WhatsApp-Gruppe, in der Verdächtiges gemeldet oder Abwesenheiten angekündigt werden. Andere organisieren regelmäßige Kontrollgänge, bei denen Nachbarn auch die Stellplätze der Abwesenden im Blick behalten. Solche Initiativen können die Sicherheit erheblich erhöhen und schaffen gleichzeitig ein Gefühl von Zusammenhalt und Gemeinschaft.
Allerdings sollte man sich nicht blind auf die Nachbarn verlassen. Auch die besten Nachbarn können nicht rund um die Uhr Wache halten, und professionelle Diebe wissen genau, wann auch die aufmerksamsten Nachbarn abgelenkt oder abwesend sind. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen sind daher unverzichtbar. Wertgegenstände sollten niemals offen sichtbar herumliegen. Was nicht gesehen wird, kann auch nicht gestohlen werden. Laptops, Kameras und Bargeld gehören in verschlossene Schränke oder Safes, falls vorhanden. Wenn man den Stellplatz verlässt, sollten Fenster und Türen nicht nur geschlossen, sondern auch abgeschlossen werden. Kippfenster sind eine Einladung für Gelegenheitsdiebe, die mit einfachen Werkzeugen in Sekundenschnelle ein Fenster öffnen können. Dauercamper sollten besonders darauf achten, dass ihre Abwesenheit nicht sofort erkennbar ist. Geschlossene Rollläden signalisieren jedem Vorbeigehenden, dass niemand da ist. Besser ist es, zumindest ein Fenster so zu belassen, dass es bewohnt wirkt. Auch herumliegende Kleinigkeiten wie ein Handtuch auf der Wäscheleine oder Schuhe vor der Tür können den Eindruck von Anwesenheit erwecken. Manche Dauercamper stellen vor längeren Abwesenheiten bewusst einen alten Campingstuhl oder eine Fußmatte vor die Tür, um zu suggerieren, dass jemand da ist. Andere bitten Nachbarn, gelegentlich die Rollläden zu öffnen und zu schließen oder die Außenbeleuchtung zu nutzen.
Mechanische Sicherungen sind nach wie vor eine der effektivsten Methoden, Diebe abzuschrecken. Hochwertige Fahrradschlösser, am besten Bügelschlösser oder massive Kettenschlösser, sollten Standard sein. Fahrräder sollten nicht nur untereinander, sondern auch an festen Gegenständen wie Bäumen, Zäunen oder speziellen Fahrradständern angeschlossen werden. Zusatzsicherungen für Wohnmobiltüren, Fenstersicherungen und Lenkradkrallen für Fahrzeuge erhöhen die Sicherheit zusätzlich. Zwar garantiert auch die beste mechanische Sicherung keinen hundertprozentigen Schutz, doch sie erhöht den Zeitaufwand und das Entdeckungsrisiko für den Dieb erheblich, was viele von ihrem Vorhaben abbringt. Für Dauercamper gibt es spezielle Sicherheitslösungen, die über die Standard-Ausstattung hinausgehen. Wohnwagenkuppelschlösser verhindern, dass der Wohnwagen einfach angehängt und weggefahren wird. Radkrallen für Wohnwagen machen es unmöglich, diesen zu bewegen. Fenstergitter oder abschließbare Fensterläden schützen vor Einbrüchen. Viele Dauercamper installieren zudem massive Vorhängeschlösser oder sogar Alarmsicherungen an ihren Vorzeltreißverschlüssen, denn auch über das Vorzelt kann in den Wohnwagen eingedrungen werden.
Teure Außenausstattung sollte, wenn möglich, gesichert oder bei längerer Abwesenheit demontiert und eingelagert werden. Gartenmöbel können mit Stahlkabeln an fest verankerten Erdankern gesichert werden, sodass sie nicht einfach weggetragen werden können. Grills, Gasflaschen und andere schwere Gegenstände sollten ebenfalls gesichert werden, entweder durch Ketten oder durch Unterbringung in abschließbaren Schränken oder Gartenhäuschen. Manche Dauercamper bauen massive Holzboxen oder Metallschränke, in denen sie wertvolle Ausrüstung verschließen können.
Eine bewährte Taktik ist es, Licht und Anwesenheit zu simulieren, auch wenn man nicht da ist. Eine kleine LED-Lampe im Wohnwagen, die über einen Timer gesteuert wird, kann den Eindruck erwecken, dass jemand zu Hause ist. Auch das bewusste Zurücklassen harmloser Gegenstände wie Handtücher auf der Leine oder Schuhe vor der Tür suggeriert Anwesenheit und hält potenzielle Eindringlinge möglicherweise davon ab, näher zu kommen. Zeitschaltuhren können auch für Außenbeleuchtung eingesetzt werden, sodass abends das Licht angeht, selbst wenn niemand da ist. Solche Maßnahmen sind kostengünstig, aber psychologisch wirksam. Dauercamper sollten zudem regelmäßig, aber unvorhersehbar nach ihrem Stellplatz sehen. Wer immer nur am Wochenende kommt, macht es Dieben leicht, die Abwesenheitszeiten zu kalkulieren. Gelegentliche Besuche unter der Woche oder zu ungewöhnlichen Zeiten können potenzielle Täter abschrecken, da sie nicht mehr sicher sein können, wann jemand auftaucht. Manche Dauercamper bitten auch Freunde oder Verwandte, hin und wieder vorbeizuschauen und nach dem Rechten zu sehen.
Technische Hilfsmittel zur Präventionsmaßnahmen
Die moderne Technik bietet heute zahlreiche Möglichkeiten, die Sicherheit auf Campingplätzen zu erhöhen. GPS-Tracker haben sich als äußerst effektiv erwiesen, besonders für hochwertige Fahrräder und E-Bikes. Diese kleinen Geräte werden am Rad befestigt oder versteckt integriert und ermöglichen es, den Standort des gestohlenen Fahrrads in Echtzeit zu verfolgen. Einige Modelle senden sogar eine Benachrichtigung aufs Smartphone, sobald das Rad bewegt wird. Die Anschaffungskosten sind überschaubar, und im Falle eines Diebstahls erhöhen sie die Chancen auf Wiederbeschaffung erheblich. Für Dauercamper gibt es GPS-Tracker nicht nur für Fahrräder, sondern auch für Wohnwagen selbst. Diese werden versteckt im Fahrzeug verbaut und ermöglichen es, den Wohnwagen jederzeit zu orten. Sollte dieser gestohlen werden, kann die Polizei mit den GPS-Daten arbeiten und hat deutlich bessere Chancen, das Fahrzeug wiederzufinden. Solche Tracker kosten in der Anschaffung zwischen fünfzig und zweihundert Euro und benötigen meist eine SIM-Karte mit geringen monatlichen Kosten, sind aber angesichts des Wertes eines Wohnwagens eine sinnvolle Investition.
Alarmanlagen für Wohnmobile und Wohnwagen sind mittlerweile erschwinglich und einfach zu installieren. Sie reagieren auf Erschütterungen, unbefugtes Öffnen von Türen und Fenstern oder Bewegungen im Innenraum und schlagen dann lautstark Alarm. Die abschreckende Wirkung eines schrillen Alarms sollte nicht unterschätzt werden, denn die meisten Diebe suchen das Weite, sobald sie entdeckt zu werden drohen. Moderne Systeme lassen sich per Smartphone-App steuern und senden Push-Benachrichtigungen, wenn ein Alarm ausgelöst wird. Das ist besonders für Dauercamper wertvoll, die auch von zu Hause aus informiert werden, wenn auf ihrem Stellplatz etwas nicht stimmt. Einige Alarmanlagen bieten zusätzlich die Möglichkeit, Sensoren an Außengegenständen anzubringen. So können beispielsweise Fahrräder, Gartenmöbel oder das Vorzelt mit Sensoren ausgestattet werden, die Alarm schlagen, wenn diese bewegt werden. Solche Systeme sind modular erweiterbar und können individuell an die Bedürfnisse des Dauercampers angepasst werden. Bewegungsmelder mit integrierter Beleuchtung sind eine weitere sinnvolle Investition. Sie erhellen automatisch den Bereich rund um das Wohnmobil, sobald sich jemand nähert, und wirken damit präventiv gegen Einbrüche. Für potenzielle Diebe ist plötzliches Licht äußerst unangenehm, da es sie sichtbar macht und die Aufmerksamkeit anderer Camper auf sie lenkt. Moderne LED-Bewegungsmelder sind stromsparend und können mit Solar- oder Batteriebetrieb arbeiten, was sie auch für Stellplätze ohne Stromanschluss interessant macht. Dauercamper mit Stromanschluss können zusätzlich leistungsstarke Scheinwerfer installieren, die im Alarmfall aktiviert werden und den gesamten Stellplatz taghell ausleuchten.
Überwachungskameras sind technisch ebenfalls machbar und werden zunehmend auch von Campern genutzt. Kleine, akkubetriebene WLAN-Kameras lassen sich diskret montieren und zeichnen auf, was rund um den Stellplatz geschieht. Allerdings gibt es hier rechtliche Einschränkungen zu beachten. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern darf man mit privaten Kameras nur das eigene Grundstück oder den eigenen Stellplatz filmen, nicht aber öffentliche Bereiche oder Nachbarstellplätze. Wer gegen Datenschutzbestimmungen verstößt, riskiert selbst Ärger mit der Justiz. Dennoch kann eine sichtbar angebrachte Kamera allein durch ihre Präsenz abschreckend wirken, selbst wenn sie nicht aktiv aufzeichnet. Für Dauercamper, die eine permanente Überwachung wünschen, gibt es mittlerweile auch Kamerasysteme, die speziell für Campingplätze konzipiert sind. Diese arbeiten mit Mobilfunkverbindung und speichern die Aufnahmen in der Cloud, sodass man jederzeit von zu Hause aus nachsehen kann, ob auf dem Stellplatz alles in Ordnung ist. Manche Systeme bieten sogar Zwei-Wege-Audio, sodass man über die Kamera sprechen kann, etwa um einen Eindringling anzusprechen und zu vertreiben. Wichtig ist jedoch, dass solche Systeme nur den eigenen Stellplatz erfassen und Hinweisschilder auf die Videoüberwachung angebracht werden, um den rechtlichen Anforderungen zu genügen.
Smarte Türschlösser sind eine weitere Möglichkeit, die Sicherheit zu erhöhen. Diese ermöglichen es, die Wohnwagentür per Smartphone zu verriegeln und zu öffnen, ohne einen physischen Schlüssel zu benötigen. Man kann sehen, wann die Tür geöffnet wurde, und erhält Benachrichtigungen bei unbefugtem Zugriff. Für Dauercamper, die vertrauenswürdigen Nachbarn einen Schlüssel geben möchten, bieten smarte Schlösser die Möglichkeit, temporäre Zugangscodes zu vergeben, die nach einer bestimmten Zeit automatisch ablaufen. Manche Dauercamper gehen noch einen Schritt weiter und installieren komplette Smart-Home-Systeme in ihrem Wohnwagen. Diese können Beleuchtung, Heizung, Jalousien und Alarmanlagen zentral steuern und überwachen. So lässt sich beispielsweise die Heizung von zu Hause aus einschalten, bevor man am Wochenende anreist, oder man kann die Rollläden per App öffnen und schließen, um Anwesenheit zu simulieren. Solche Systeme erfordern eine gewisse technische Affinität und Investition, bieten aber ein hohes Maß an Komfort und Sicherheit.
Die besondere Situation von Dauercampern in der Nebensaison und im Winter
Während Urlaubscamper meist nur in den warmen Monaten unterwegs sind, stehen Dauercamper vor der besonderen Herausforderung, ihre Stellplätze auch in der Nebensaison und im Winter zu schützen. Viele Campingplätze sind in dieser Zeit kaum belegt, die Rezeption ist nur stundenweise besetzt, und ganze Bereiche des Platzes liegen verwaist da. Diese Zeit ist für Diebe besonders attraktiv, da sie in aller Ruhe und ohne Zeugen arbeiten können.
Wer seinen Wohnwagen über den Winter auf dem Stellplatz lässt, sollte besondere Vorkehrungen treffen. Alle wertvollen oder leicht zu entwendenden Gegenstände sollten entweder mit nach Hause genommen oder sicher verschlossen werden. Vorzelte sollten abgebaut werden, da sie Wind und Wetter ausgesetzt sind und zudem ein zusätzliches Einfallstor für Diebe darstellen. Außenmöbel, Grill, Fahrräder und andere Ausstattung sollten entweder eingelagert oder in einer abschließbaren Metallbox verstaut werden. Der Wohnwagen selbst sollte komplett geleert werden von allem, was nicht fest verbaut ist. Elektronik, Küchenutensilien, Bettwäsche, Kleidung usw. sollten mit nach Hause genommen werden. Ein leerer Wohnwagen ist für Diebe uninteressant, denn das Risiko eines Einbruchs steht in keinem Verhältnis zur mageren Beute. Schränke und Schubladen sollten geöffnet bleiben, sodass bei einem Blick durchs Fenster erkennbar ist, dass nichts von Wert darin ist. Manche Dauercamper kleben von innen Zettel an die Fenster mit der Aufschrift „Dieser Wohnwagen ist leer – hier gibt es nichts zu holen“. Das mag simpel klingen, kann aber durchaus abschreckend wirken. Andere platzieren eine offensichtliche Dummy-Kamera oder ein Alarmanlage-Warnschild, um potenzielle Einbrecher abzuschrecken.
Die Wasserversorgung sollte im Winter abgestellt und die Leitungen entleert werden, um Frostschäden zu vermeiden. Gasflaschen sollten entweder mit nach Hause genommen oder in einem abschließbaren Gaskasten gesichert werden. Wichtig ist auch, dass der Wohnwagen gut belüftet wird, um Schimmelbildung zu vermeiden. Allerdings sollten Fenster nicht gekippt bleiben, da dies eine Einladung für Einbrecher darstellt. Besser sind spezielle Entlüftungsgitter oder leicht geöffnete Dachluken, die von außen nicht erkennbar sind.
Ein großes Problem in der Nebensaison ist, dass viele Campingplätze ihre Sicherheitsmaßnahmen herunterfahren. Videoüberwachung wird abgeschaltet, Sicherheitspersonal wird reduziert, und die Platzverwaltung ist nur noch schwer erreichbar. Dauercamper sollten sich im Vorfeld erkundigen, welche Sicherheitsvorkehrungen in der Nebensaison bestehen, und gegebenenfalls das Gespräch mit der Platzverwaltung suchen. Manche Plätze bieten gegen Aufpreis einen erhöhten Sicherheitsservice in der Nebensaison an, etwa regelmäßige Kontrollgänge oder eine Notfall-Hotline. Die Zusammenarbeit mit anderen Dauercampern, die ebenfalls über den Winter auf dem Platz bleiben, ist in dieser Zeit besonders wichtig. Gemeinsame Kontrollgänge, eine WhatsApp-Gruppe für den schnellen Austausch und gegenseitige Unterstützung können helfen, die schwierige Zeit zu überbrücken. Manche Dauercamper-Gemeinschaften organisieren sogar einen Winterwächter-Dienst, bei dem sich mehrere Personen abwechseln, regelmäßig nach dem Rechten zu sehen. Wer die Möglichkeit hat, sollte auch im Winter gelegentlich nach seinem Stellplatz schauen, am besten zu unregelmäßigen Zeiten. Ein kurzer Besuch alle paar Wochen kann helfen, Schäden oder Diebstähle frühzeitig zu erkennen und größeren Schaden abzuwenden. Außerdem signalisiert die gelegentliche Präsenz, dass der Stellplatz nicht komplett verwaist ist.
Welche Versicherung zahlt beim Diebstahl?
Selbst bei besten Vorsichtsmaßnahmen lässt sich ein Diebstahl nie vollständig ausschließen. Umso wichtiger ist ein adäquater Versicherungsschutz, der im Schadensfall zumindest den finanziellen Verlust abfedert. Doch welche Versicherung greift eigentlich bei einem Diebstahl auf dem Campingplatz? Die Antwort ist leider nicht ganz einfach, denn sie hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Die Hausratversicherung deckt grundsätzlich den Hausrat ab, also alle beweglichen Gegenstände im Haushalt. Viele Tarife beinhalten auch einen sogenannten Außenversicherungsschutz, der für bestimmte Gegenstände auch außerhalb der eigenen vier Wände gilt, etwa im Urlaub. Allerdings gibt es hier meist zeitliche und örtliche Begrenzungen. Typischerweise ist der Schutz auf drei bis sechs Monate begrenzt und gilt nur innerhalb Europas. Zudem ist die Deckungssumme für Gegenstände außer Haus oft niedriger als für den Hausrat zu Hause. Ob Campingausrüstung und Wertgegenstände im Wohnmobil oder Zelt tatsächlich versichert sind, hängt von den genauen Vertragsbedingungen ab und sollte vorab geprüft werden.
Für Dauercamper ist die Situation einfacher. Da sie ihren Stellplatz über viele Monate oder sogar das ganze Jahr nutzen und dort teilweise einen kompletten zweiten Hausstand unterhalten, greifen normale Hausratversicherungen oft nicht oder nur sehr eingeschränkt. Die zeitliche Begrenzung des Außenversicherungsschutzes ist hier ein großes Problem. Wer seinen Wohnwagen von März bis Oktober auf dem Campingplatz stehen hat, überschreitet die üblichen Fristen deutlich. Dafür gibt es Dauercampingversicherungen, die genau auf die Bedürfnisse von Dauercampern zugeschnitten sind. Diese versichern nicht nur den Wohnwagen selbst, sondern auch das gesamte Inventar, Vorzelte, Anbauten und sogar fest installierte Ausstattungsgegenstände auf dem Stellplatz. Solche Versicherungen kosten in etwa so viel wie eine normale Hausratsversicherung, bieten aber einen deutlich umfassenderen Schutz. Sie decken nicht nur Diebstahl ab, sondern auch Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer oder Vandalismus. Manche Versicherungen bieten sogar einen Schutzbrief an, der im Schadenfall die Kosten für eine Ersatzunterkunft oder den Rücktransport übernimmt.
Reisegepäckversicherungen werden oft als Zusatzversicherung zu Reiserücktrittsversicherungen angeboten. Sie sollen Gepäck und persönliche Gegenstände während der Reise absichern. Allerdings haben diese Versicherungen oft sehr viele Ausschlüsse und Einschränkungen. Wertsachen wie Schmuck, Elektronik oder Bargeld sind häufig nur bis zu einem niedrigen Betrag versichert, und es gelten strenge Obliegenheiten, etwa dass Gepäck nie unbeaufsichtigt zurückgelassen werden darf. In der Praxis erweisen sich Reisegepäckversicherungen daher oft als weniger hilfreich als erhofft und sind für Dauercamper in der Regel ungeeignet.
Für Dauercamper ist es besonders wichtig, eine Versicherung zu wählen, die explizit Dauerstandplätze abdeckt und keine zeitlichen Begrenzungen enthält. Viele Versicherer bieten mittlerweile solche Spezialtarife an, die genau auf die Situation von Dauercampern zugeschnitten sind. Diese können auch Schäden an baulichen Anlagen auf dem Stellplatz abdecken, etwa an Terrassen, Gartenhäuschen oder fest installierten Vordächern.
Wichtige Details zur Versicherung
Unabhängig davon, welche Versicherung greift, gibt es einige wichtige Details zu beachten. Die Deckungssummen sollten ausreichend hoch sein, um im Schadensfall tatsächlich alle verlorenen Gegenstände zu ersetzen. Viele Versicherungen haben Höchstgrenzen für einzelne Gegenstände oder Kategorien, etwa für Elektronik oder Schmuck. Wer hochwertige Ausrüstung mit sich führt, sollte prüfen, ob diese Grenzen ausreichen, und gegebenenfalls eine Erhöhung der Deckungssumme oder eine Zusatzversicherung in Betracht ziehen. Für Dauercamper, die über Jahre hinweg erhebliche Summen in ihren Stellplatz investiert haben, kann die Deckungssumme schnell in die Zehntausende Euro gehen. Die Versicherungssumme sollte realistisch kalkuliert und regelmäßig angepasst werden, wenn neue Anschaffungen hinzukommen.
Im Schadensfall ist eine sorgfältige Dokumentation unerlässlich. Die Versicherung wird Nachweise verlangen, dass die gestohlenen Gegenstände tatsächlich existiert haben und welchen Wert sie hatten. Kaufbelege, Fotos, Seriennummern und eine detaillierte Liste der abhanden gekommenen Dinge sind Gold wert. Wer keine solchen Nachweise erbringen kann, läuft Gefahr, dass die Versicherung die Zahlung verweigert oder nur einen stark reduzierten Betrag auszahlt. Dauercamper sollten daher von Anfang an jede Anschaffung dokumentieren. Jeder Kaufbeleg sollte aufbewahrt werden, am besten digital eingescannt und in der Cloud gespeichert. Fotos sollten nicht nur von einzelnen Gegenständen gemacht werden, sondern auch vom gesamten Stellplatz mit seiner Ausstattung. Regelmäßig aktualisierte Fotos helfen, den Zustand und Umfang der Einrichtung zu belegen. Manche Versicherer empfehlen sogar, einmal jährlich ein Video vom Stellplatz anzufertigen, in dem man einmal rundherum filmt und alle Gegenstände zeigt.
Versicherungen enthalten oft Ausschlüsse, die im Kleingedruckten versteckt sind. Grobe Fahrlässigkeit ist ein häufiger Ausschlussgrund. Wer etwa sein Fahrrad unverschlossen stehen lässt oder die Tür des Wohnmobils offen lässt, kann sich nicht darauf berufen, dass er versichert ist. Auch ein Eigenanteil ist üblich, der bei jedem Schadensfall fällig wird und die Entschädigung mindert. Dauercamper sollten besonders darauf achten, dass die Versicherung keine Klauseln enthält, die bei längerer Abwesenheit den Versicherungsschutz einschränken. Manche Versicherungen verlangen beispielsweise, dass der Stellplatz mindestens einmal wöchentlich kontrolliert wird, andernfalls erlischt der Schutz. Es lohnt sich daher, vor Abschluss einer Versicherung das Gespräch mit dem Versicherungsvertreter zu suchen und genau zu klären, welche Risiken abgedeckt sind und welche nicht. Oft gibt es die Möglichkeit, temporär eine Zusatzversicherung für die Reisezeit abzuschließen, die speziell Campingausrüstung und Fahrräder absichert. Für Dauercamper ist jedoch eine ganzjährige, umfassende Police die bessere Wahl.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage, ob die Versicherung auch Schäden durch Vandalismus abdeckt. Leider kommt es auf Campingplätzen nicht nur zu Diebstählen, sondern manchmal auch zu mutwilligen Beschädigungen. Zerstochene Reifen, zerkratzte Wohnwagenflanken oder beschädigte Außenausstattung können erhebliche Kosten verursachen. Eine gute Versicherung sollte auch solche Fälle abdecken.
Verhalten im Ernstfall
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren, dass man zum Stellplatz zurückkehrt und feststellt, dass eingebrochen wurde oder Gegenstände fehlen. In diesem Moment ist richtiges Handeln entscheidend, um den Schaden zu begrenzen und die Chancen auf Wiederbeschaffung oder Entschädigung zu erhöhen.
Der erste Schritt sollte sein, Ruhe zu bewahren und den Tatort nicht zu verändern. Zwar ist die Versuchung groß, sofort nachzuschauen, was alles fehlt, doch es ist wichtig, mögliche Spuren nicht zu zerstören. Fingerabdrücke, Fußspuren oder andere Hinweise können für die Polizei von Bedeutung sein. Die Polizei sollte umgehend informiert werden, auch wenn die Aussichten auf eine Aufklärung gering erscheinen. Ohne Polizeibericht wird keine Versicherung zahlen, und zudem besteht immer die Möglichkeit, dass die Polizei im Rahmen anderer Ermittlungen auf das gestohlene Gut stößt oder dass eine Täterbande überführt wird, in deren Besitz sich die entwendeten Gegenstände befinden. Bei der Anzeigenerstattung ist eine präzise Beschreibung der gestohlenen Dinge wichtig, inklusive Modellbezeichnungen, Seriennummern und besonderen Merkmalen. Dauercamper sollten bei der Anzeige besonders detailliert sein und alle gestohlenen Gegenstände auflisten, auch wenn diese für sich genommen nicht besonders wertvoll erscheinen. Die Summe macht es oft aus, und für die Versicherung ist eine vollständige Auflistung unerlässlich. Wenn möglich, sollte man zur Polizei die vorbereitete Inventarliste und Fotos mitbringen, um die Anzeige zu belegen.
Parallel zur Polizei sollte die Versicherung informiert werden. Je nach Versicherung gibt es Fristen, innerhalb derer ein Schaden gemeldet werden muss. Eine zeitnahe Meldung ist auch deshalb wichtig, weil sich Erinnerungen mit der Zeit verblassen und Details verloren gehen können. Die Versicherung wird in der Regel einen Schadensregulierer beauftragen, der den Fall prüft. Dieser wird möglicherweise den Stellplatz besichtigen, Fotos machen und weitere Nachweise verlangen. Wurden Kreditkarten, Bankkarten oder Ausweisdokumente gestohlen, ist schnelles Handeln gefordert. Karten sollten sofort über den Sperr-Notruf 116 116 gesperrt werden, um Missbrauch zu verhindern. Ausweisdokumente sollten ebenfalls gemeldet werden, damit sie nicht für kriminelle Zwecke missbraucht werden können. In vielen Ländern kann man bei der örtlichen deutschen Botschaft oder dem Konsulat ein Ersatzdokument beantragen, um die Heimreise antreten zu können.
Die Dokumentation des Diebstahls ist essentiell. Fotos vom Tatort, eine detaillierte Liste der gestohlenen Gegenstände, die Polizeianzeige und alle weiteren Unterlagen sollten sorgfältig aufbewahrt werden. Diese Dokumentation bildet die Grundlage für die Versicherungsabwicklung und kann auch bei späteren Rechtsstreitigkeiten von Bedeutung sein.
Dauercamper sollten nach einem Diebstahl auch ihre Nachbarn und die Platzverwaltung informieren. Oftmals sind bei organisierten Einbruchsserien mehrere Stellplätze betroffen, und ein Austausch von Informationen kann helfen, Muster zu erkennen oder Hinweise auf die Täter zu finden. Zudem sollte der Vorfall in der Dauercamper-Gemeinschaft kommuniziert werden, um andere zu warnen und die Wachsamkeit zu erhöhen. Nach einem Diebstahl ist es wichtig, die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen und zu verstärken. Wo waren die Schwachstellen? Wie sind die Täter vorgegangen? Welche zusätzlichen Maßnahmen können ergriffen werden, um einen erneuten Vorfall zu verhindern? Oftmals zeigt sich erst nach einem Einbruch, wo die Sicherheitslücken sind, und diese Erkenntnis sollte genutzt werden, um den Schutz zu verbessern.
Internationale Unterschiede
Wer mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen durch Europa reist, sollte sich bewusst sein, dass die Sicherheitslage von Land zu Land und von Region zu Region erheblich variiert. In skandinavischen Ländern gelten Campingplätze generell als sehr sicher, Diebstähle sind dort vergleichsweise selten. Die Mentalität der Menschen, die hohe soziale Sicherheit und die gute Ausstattung der Campingplätze tragen dazu bei. In Südeuropa, besonders in touristischen Hochburgen an der Mittelmeerküste, sieht die Situation anders aus. Frankreich, Spanien und Italien verzeichnen in bestimmten Regionen erhöhte Diebstahlraten auf Campingplätzen. Besonders betroffen sind Plätze in der Nähe großer Städte oder an vielbefahrenen Durchgangsstraßen. Hier operieren oft organisierte Banden, die gezielt Campingplätze ansteuern und innerhalb kürzester Zeit mehrere Stellplätze abgrasen. Auch kulturelle Besonderheiten spielen eine Rolle. In manchen Ländern ist das Bewusstsein für Eigentumsdelikte weniger ausgeprägt, und was hierzulande als schwerer Diebstahl gilt, wird dort eher als Kavaliersdelikt betrachtet. Das soll keine Pauschalisierung sein, doch es erklärt, warum in manchen Regionen Diebstähle häufiger vorkommen und die Aufklärungsquoten niedriger sind.
Bekannte Hotspots für Campingplatz-Diebstähle sind etwa die Côte d’Azur in Frankreich, die Costa del Sol in Spanien oder bestimmte Regionen in Italien. Auch entlang wichtiger Transitrouten, etwa auf dem Weg nach Skandinavien oder Richtung Balkan, kommt es immer wieder zu Vorfällen. Wer in solche Regionen reist, sollte besonders wachsam sein und die Sicherheitsvorkehrungen entsprechend erhöhen. Für Dauercamper, die ihren Stellplatz in einer dieser Regionen haben, gelten besondere Herausforderungen. Während Urlaubscamper nur für kurze Zeit exponiert sind, leben Dauercamper mit dem erhöhten Risiko über Monate oder Jahre hinweg. Es ist daher besonders wichtig, sich vor der Wahl eines Dauerstellplatzes intensiv über die Sicherheitslage in der Region zu informieren. Gespräche mit anderen Dauercampern vor Ort können wertvolle Einblicke geben, ebenso wie Recherchen in Online-Foren und Bewertungsportalen.
In manchen Ländern, besonders in Osteuropa, sind auch die Reaktionen der lokalen Polizei auf Diebstähle unterschiedlich. Während in Deutschland oder Skandinavien jede Anzeige ernst genommen und bearbeitet wird, kann es in anderen Ländern vorkommen, dass Bagatelldelikte kaum verfolgt werden. Das bedeutet nicht, dass man auf eine Anzeige verzichten sollte, aber die Erwartungen sollten realistisch sein. Umso wichtiger ist ein guter Versicherungsschutz, der auch im Ausland greift.
Es empfiehlt sich, vor der Reise aktuelle Reisehinweise zu konsultieren und sich in Camping-Foren über die Sicherheitslage vor Ort zu informieren. Oft haben andere Camper wertvolle Tipps, welche Plätze als sicher gelten und wo besondere Vorsicht geboten ist. Dauercamper sollten zudem prüfen, ob ihre Versicherung auch im Ausland gilt und ob es Besonderheiten bei der Schadensregulierung gibt.
Checkliste
Hier eine praktische Checkliste, die dabei hilft, nichts zu vergessen:
Vor der Reise oder bei Beginn des Dauercampens sollte man einen sicheren Campingplatz auswählen und Bewertungen sowie Sicherheitsmaßnahmen prüfen, eine Inventarliste mit Fotos und Seriennummern erstellen und regelmäßig aktualisieren, den Versicherungsschutz überprüfen und gegebenenfalls eine spezielle Campingversicherung abschließen, wichtige Dokumente kopieren und digital speichern sowie Wertgegenstände auf das Notwendige reduzieren.
Bei der Ankunft oder beim Einrichten des Dauerstellplatzes empfiehlt es sich, Kontakt zu den Nachbarn aufzunehmen und ein Sicherheitsnetzwerk aufzubauen, den Stellplatz auf Sicherheit zu prüfen, insbesondere Beleuchtung und Einsehbarkeit zu beachten, GPS-Tracker an Fahrrädern und gegebenenfalls am Wohnwagen zu aktivieren, die Alarmanlage einzurichten und zu testen sowie mechanische Sicherungen wie Radkrallen und Kupplungsschlösser anzubringen.
Während des Aufenthalts oder bei Abwesenheit sollte man Türen und Fenster stets abschließen, Wertgegenstände nicht sichtbar liegen lassen und bei längerer Abwesenheit mit nach Hause nehmen, Fahrräder mit hochwertigen Schlössern an festen Gegenständen sichern, bei längerer Abwesenheit Nachbarn informieren und um Wachsamkeit bitten, Licht und Anwesenheit simulieren durch Zeitschaltuhren oder gelegentliche Besuche, teuren Schmuck sowie größere Bargeldbeträge vermeiden und Außenausstattung sichern oder einlagern.
In der Nebensaison und im Winter sollten Dauercamper besondere Vorkehrungen treffen, etwa das Vorzelt abbauen, alle wertvollen Gegenstände mit nach Hause nehmen oder sicher einschließen, den Wohnwagen möglichst leer lassen, sodass für potenzielle Diebe nichts zu holen ist, Nachbarn oder befreundete Dauercamper um regelmäßige Kontrollen bitten, die Versicherung über die Winterpause informieren und klären, ob der Schutz weiterhin besteht sowie gelegentlich selbst nach dem Stellplatz schauen, möglichst zu unregelmäßigen Zeiten.
Im Falle eines Diebstahls gilt es, Ruhe zu bewahren und den Tatort nicht zu verändern, umgehend die Polizei zu rufen und Anzeige zu erstatten mit detaillierter Auflistung aller gestohlenen Gegenstände, die Versicherung informieren und alle erforderlichen Unterlagen bereitstellen, Karten und Dokumente sperren zu lassen, den Schaden detailliert zu dokumentieren mit Fotos und Listen, Nachbarn und Platzverwaltung informieren sowie nach dem Vorfall die Sicherheitsmaßnahmen überprüfen und verstärken.